Depression

Depression besiegen

Was ist eine Depression?

Jeder Mensch kennt diese trüben Tage, an denen nichts klappen will, an denen wir niedergeschlagen und traurig sind, an denen wir uns zu nichts aufraffen können und die uns erscheinen, als wäre jegliche Freude aus unserem Leben verschwunden.

Diese Tage gehören genauso zum Leben wie die hellen, glücklichen Tage, in denen wir das Leben und die ganze Welt umarmen wollen. Was ist aber, wenn wir nicht mehr von einem Tag oder ein paar wenigen reden, sondern von Wochen, Monaten oder gar Jahren?

Dann handelt es sich höchstwahrscheinlich nicht mehr um ein vorübergehendes Stimmungstief, sondern um eine Depression. Begleitet werden Depressionen von verschiedenen Symptomen wie Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit oder körperlichen Schmerzen, es handelt sich um eine psychische und systemische Erkrankung, die jeden Menschen treffen kann.

Es gibt leichte, mittlere und schwere Verlaufsformen und Depressionen können einmalig, wiederkehrend oder langanhaltend in Erscheinung treten. Im medizinischen Kontext zählen Depressionen zu den affektiven Störungen (besser: Stimmungsstörungen). Und warum Depressionen ernstzunehmen sind? Bei ca. 10.000 Suiziden jährlich in der BRD liegt der Auslöser in über der Hälfte der Freitode an Depressionen.

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 Wie entstehen Depressionen?

In der forschenden Wissenschaft herrscht mittlerweile Einigkeit darüber, dass Depressionen in den allermeisten Fällen nicht nur durch eine einzelne Ursache begünstigt werden, sondern dass verschiedene Faktoren zusammenkommen müssen, die in ihrer Gesamtheit zu einer depressiven Erkrankung führen können.

Genetische Veranlagung
Wissenschaftler*innen haben schon früh festgestellt, dass es in manchen Familien zu Häufungen bezüglich depressiver Erkrankungen kommt. Dies legt den Verdacht nahe, dass eine genetische Veranlagung zu depressiven Verstimmungen in die Wiege gelegt werden könnte. Laut Forschungen besteht bei Kindern aus einer mit Depression vorbelasteten Familie eine 30% höhere Wahrscheinlichkeit, dass auch sie im Laufe ihres Lebens an einer Depression erkranken. Es steht bisher allerdings noch nicht fest, welche Gene bzw. Gensequenzen dafür verantwortlich sind. Die genetische Veranlagung alleine bedeutet aber nicht, dass eine Depression unvermeidbar ist.

Neurobiologische Störungen
Das menschliche Gehirn ist ein höchst komplexes System, das nicht nur den Körper steuert, sondern auch Signale des Körpers auswertet und reagiert und auf neurochemischer Ebene auch unser Gefühlsleben, unsere Stimmung und unser Wohlbefinden maßgeblich beeinflusst. Bei vielen von Depression betroffenen Menschen lässt sich eine Störung des Stoffwechsels im Gehirn feststellen.

Neurochemisches Ungleichgewicht / zerebrale Stoffwechselstörung
Forschende haben herausgefunden, dass bei vielen betroffenen Patient*innen der Spiegel bestimmter Botenstoffe im Gehirn von dem Spiegel “gesunder” Approbant*innen abweicht. Dabei handelt es sich um die Neurotransmitter Dopamin, Serotonin und Noradrenalin, die in der richtigen Konzentration für eine ausgeglichene Stimmung unabdingbar sind. Bei an Depression erkrankten Menschen ist die Menge an diesen Neurotransmittern so signifikant reduziert, dass als therapeutische Massnahme in der Regel wiederaufnahmehemmende Medikamente verabreicht werden.

Veränderte Aktivität im limbischen System
Das limbische System - bestehend aus Hypothalamus, Hippocampus und Amygdala - ist hauptverantwortlich für unsere rudimentären Gefühle wie Angst, Liebe, Wut und Lust. Bei an Depressionen erkrankten Menschen konnte festgestellt werden, dass z. B. der Hypothalamus vielfach verkleinert ist. Es wurde außerdem erforscht, dass depressive Menschen mit einer traumatisch vorbelasteten Kindheit einen Hirnstoffwechsel aufweisen, der von erhöhter und permanenter Alarmbereitschaft zeugt. Dieser permanente Fight or Flight-Modus ist wie eine permanente Entzündungsreaktion, die sich aufs Gehirn, auf den gesamten Organismus und auf die Persönlichkeit auswirken kann.

Fazit: Diese Faktoren begünstigen eine höhere Vulnerabilität des betroffenen Menschen im Vergleich zu unbelasteten Personen. Ebenfalls dazu zählen bestimmte Entwicklungs- und Persönlichkeitsmerkmale (z. B. der frühe Verlust eines Elternteils, traumatische Erlebnisse, bestimmte Konstellationen im sozialen Umfeld und während des Heranwachsens um nur einige wenige zu nennen), die eine spätere Depression begünstigen.
Treffen zudem auslösende Faktoren auf die körperliche Prädisposition für eine depressive Erkrankung, dann sind die Weichen für eine depressive Erkrankung gestellt.

Akute Belastungen
Es gibt Situationen und Lebensumstände, die jeden Menschen aus der Bahn werfen können. Der Tod von engen Vertrauten, gravierende Krankheiten, unerwünschte und einschneidende private oder berufliche Entwicklungen, die Liste ist lang. Manche Menschen überstehen solche Situationen und Zeiten besser als andere, sie sind resilienter. Aber gerade bei Personen mit einer genetischen, psychischen oder entwicklungsbedingten Veranlagung für Depressionen können diese Belastungen eine depressive Erkrankung auslösen wie der berüchtigte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Welche Formen von Depressionen gibt es?

Aus der Frage allein ergibt sich schon eine klare Erkenntnis: Es gibt nicht DIE Depression, denn es gibt so einige Unterschiede, mit denen die verschiedenen Erscheinungsformen einer Depression voneinander abgegrenzt werden können. Die Depression ist also vielgesichtig, weswegen eine professionelle Diagnose wichtig für eine mögliche Therapie / Behandlung ist.

Verlaufsformen (Erkrankungsformen)
Depressionen unterscheiden sich im Verlauf der Erkrankung. Die am häufigsten auftretenden und diagnostizierten Formen sind die folgenden:

unipolare Depressionen
sind gekennzeichnet durch eine oder mehrere depressive Phasen (letztere ist auch unter dem Begriff rezidivierende Depression bekannt). Die unipolare Depression ist die Verlaufsform die allgemein im Sprachgebrauch als Depression gemeint ist. Ein veralteter Begriff ist endogene Depression.

bipolare Depressionen
sind auch bekannt unter der Bezeichnung bipolare Störung. Bei den Betroffenen wechseln sich depressive Episoden mit manischen Episoden ab. Während der manischen Episoden zeigen die Erkrankten ein aufgekratztes, ruheloses Verhalten mit erhöhtem Tatendrang und euphorischer Stimmungslage, teils gepaart mit latenten Allmachtsphantasien und einem Gefühl der Unfehlbarkeit und Unverwundbarkeit. Diese Episoden können über Nacht in das andere Extrem kippen und die Betroffenen finden sich in der nächsten depressiven Episode wieder.

Dysthymie
Bei einer Dysthymie ist die Symptomatik mit einer chronischen Depression bezüglich ihrer Dauer vergleichbar, die typischen Symptome treten aber abgemildert auf. Diese Art der depressiven Erkrankung schwächt die Resilienz der betroffenen Personen zwar sichtbar, aber lähmt sie nicht komplett wie eine manifeste chronische oder vorübergehende Depression.

Zeigen sich die Symptome einer Depression über eine sehr lange Zeit (> 2 Jahre) spricht man von einer chronischen Depression.

Eine weitere, spezifische Unterscheidung zwischen den verschiedenen Erscheinungsformen einer depressiven Erkrankung kann auch nach Intensität, Häufigkeit oder begleitenden Symptomen getroffen werden. Diese Unterscheidung überschneidet sich in manchen Punkten mit der vorherigen Klassifizierung, bezieht aber auch Subformen mit ein.

  1. - Depressive Episode
  2. - rezidivierende depressive Störung
  3. - Dysthymie
  4. - Bipolare Depression
  5. - Psychotische Depression
  6. - Atypische Depression
  7. - Saisonal-affektive Depression (SAD)

Vertiefende Erläuterungen dazu gibt es hier.

Wer kann an Depressionen erkranken?

Grundsätzlich kann jeder Mensch an Depressionen erkranken. Statistiken zeigen, dass in der BRD jeder 5. Mensch im Laufe seines Lebens an einer Depression erkrankt. Es wird davon ausgegangen, dass aktuell ca. 5% der Bevölkerung der BRD unter einer Depression leiden.

Es gibt Personengruppen, die statistisch anfälliger für eine depressive Erkrankung sind. Dazu zählen Frauen (doppelt so wahrscheinlich als bei Männern), Arbeitslose, Suchtkranke, Vereinsamte, Singles und Großstädter*innen (Quelle).

Bei Menschen zwischen 60 und 65 Jahren treten Depressionen häufiger aus als bei anderen Altersgruppen.

Wie können Depressionen erkannt werden?

Es gibt einige Frühsymptome, die auf eine entstehende Depression hindeuten können. Viele davon sind unspezifisch und können auf andere Erkrankungen zurückgeführt werden. Eine depressive Erkrankung ist dann wahrscheinlich, wenn eine Kombination mehrerer Symptome auftritt und längere Zeit anhält.

Mögliche psychische/emotionale Symptome
- andauerndes Gefühl von Traurigkeit, Sinnlosigkeit oder Leere
- ungewohnte Gefühle von Hoffnungslosigkeit, Pessimismus, Schuld, Wertlosigkeit oder Hilflosigkeit
- Interessenverlust bzgl Hobbies, Arbeit, Sex
- sozialer Rückzug
- Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche, Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen
- Ruhelosigkeit, Irritierbarkeit
- Reizbarkeit, Angst

Mögliche körperliche Symptome
- Kopfschmerzen
- Schwindelgefühl
- Magen-/Darmbeschwerden
- Appetitverlust und Gewichtsabnahme oder Überessen
- Verlust der Libido
- flacher Affekt (Mimik und Gestik sind eingeschränkt)
- Schlafstörungen, übermäßiges oder reduziertes Schlafbedürfnis
- Rückenschmerzen
- Herzschmerzen
- Atembeschwerden

Da sehr häufig als erstes die körperlichen Symptome auftreten oder wahrgenommen werden fällt es den Betroffenen, aber auch den Allgemeinmediziner*innen diagnostisch oft schwer, diese Symptome einer depressiven Erkrankung zuzuordnen. Deswegen bleiben viele Depressionen manchmal auch über lange Zeit unentdeckt.

Hier noch 2 Quellen zur Selbsteinschätzung:
- Selbsttest Depression
- Selfmanagement Depression

Lernen, üben, teilen und neue Freunde finden!

Wie lange dauert eine Depression?

Darauf gibt es natürlich keine allgemein gültige Antwort. Es hängt stark davon ab, welche Verlaufsform einer Depression vorliegt, ob diese frühzeitig erkannt wird und letztendlich wie erfolgreich diese behandelt wird.

Die Dauer kann nur wenige Wochen betragen, wenn eine einzelne depressive Episode auftritt, kann sich bei schweren Formen aber auch über Jahre oder Jahrzehnte erstrecken. Dies klingt sehr bedrohlich und hoffnungslos, aber eine Depression egal welcher Art ist therapierbar und unter geeigneter Behandlung und Beobachtung ist ein sogenanntes “normales” Leben durchaus realistisch.
Im Folgenden werden wir auf die gängigen Behandlungsmethoden zu sprechen kommen.

Wie können Depressionen behandelt werden?

Generell ist es natürlich von großer Bedeutung, dass eine Depression durch professionelle Hand frühzeitig erkannt und diagnostiziert wird. In Abstimmung mit den geeigneten Behandlungsmöglichkeiten, den Wünschen und Möglichkeiten der Betroffenen und natürlich der genauen Diagnose stehen verschiedene Therapieoptionen zur Auswahl: Sowie konventioneller “schulmedizinischer” Natur mit z. B. medikamentengestützter Psychotherapie, als auch Therapieformen mit holistischem Ansatz, die die betroffene Person ganzheitlich erfassen und sich nicht auf die depressive Erkrankung als solches konzentrieren, sondern andere Lebensbereiche mit einbeziehen, z. B. Ernährung, die Selbstfürsorge und das soziale Umfeld.
Im Großen und Ganzen fußen die gängigen Behandlungsmethoden auf medizinischen, psychologischen und sozialen Ansätzen.

Grundsätzlich ist es auch möglich, eine diagnostizierte Depression nicht zu behandeln, sondern sie bewusst auszuhalten und zu beobachten (“wait & watch”) mit fachärztlicher Begleitung. Diese Vorgehensweise ist aber nur bei leichten Verläufen oder beginnenden depressiven Erkrankungen ratsam.

Als medizinische Maßnahme fallen den meisten Menschen wohl spontan die sogenannten Antidepressiva ein, die auf verschiedene Weisen wirken und in beinah unzähliger Vielfalt zu bekommen sind. Wichtig ist zu erwähnen, dass sie immer medizinisch indiziert und unter ärztlicher Kontrolle eingesetzt werden müssen. Auf die Wirkungsweise von Antidepressiva gehen wir im folgenden Abschnitt genauer ein.

Bei bipolaren Depressionen werden zudem Lithiumsalze zur Vorbeugung gegen die manischen Phasen verabreicht.

Wie wirken Antidepressiva?

Antidepressiva gehören zu den Psychopharmaka, greifen also in den Stoffwechselhaushalt im Nervensystem ein, indem sie den Bestand von wichtigen Botenstoffen (die Neurotransmitter Dopamin, Serotonin, Noradrenalin) regulieren. Diese Neurotransmitter sind - vereinfacht gesagt - zuständig für unsere Gemütsverfassung und Stimmungslage. Bei Menschen mit Depressionen ist laut Forschungen (die schon in den 60er Jahren begannen und auch heute noch bestimmend sind) die neurochemische Zusammensetzung aus dem Gleichgewicht, die Neurotransmitter sind in der Regel dezimiert, da sie nur unzureichend neu gebildet werden.

Ältere Medikamente wie trizyklische und nicht-trizyklische Antidepressiva oder MAO-Hemmer (Monoaminooxidasen-Hemmer) regulieren den Neurotransmitterhaushalt im Ganzen, also eher unspezifisch. Dies führt zu recht starken Nebenwirkungen und einer höheren Gefahr der Abhängigkeit als bei der heute üblichen Generation von Antidepressiva. Trotzdem werden sie nach wie vor in besonderen Fällen eingesetzt, z. B. wenn andere Medikamente wirkungslos sind.

Die heute üblichen Mittel gegen Depressionen wirken gezielt auf den Haushalt und die Regulierung einzelner Neurotransmitter und sind in der Regel besser verträglich und weniger abhängigkeitsgefährdend als ihre Vorgänger und können besser auf die speziellen Anforderungen der verschiedenen Erscheinungsarten von Depressionen einwirken.

Hier ein kurzer Überblick:
SSRI - Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
SSNRI - Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer
SNRI - Selektive Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer
SARI - Serotonin-Antagonist- und Wiederaufnahme-Hemmer
NDRI - Selektive Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahme-Hemmer

SSRIs sind die am häufigsten eingesetzten Antidepressiva wegen ihrer guten Verträglichkeit und ihrem weiten Einsatzgebiet, denn sie können auch bei Angst- und Zwangsstörungen verordnet werden. Sie wirken nach Ersteinnahme allerdings erst frühestens nach 2 Wochen, weshalb von Seiten der Patient*innen etwas Geduld erforderlich ist.

Gibt es alternative Behandlungsmöglichkeiten?

Vielen Menschen sind Psychopharmaka und damit auch Antidepressiva suspekt, denn sie greifen in die natürlichen Funktionen unseres Körpers ein und da dies gerade im Gehirn geschieht ist die Hemmschwelle hier hoch. Es gibt alternativ auch nicht-chemische medikamentöse Behandlungen (Phytotherapien) wie z. B. mit Johanniskraut.

Nicht-medikamentöse Behandlungsformen
Es ist auch möglich, gänzlichst auf Medikamente gegen Depressionen zu verzichten, dies kommt ganz auf die Schwere der Erkrankung und die individuelle Krankheitsgeschichte an. Hier wird unterschieden zwischen Psychotherapien und Somatotherapien.

Erstere basieren im Wesentlichen auf kognitiven Methoden und unterscheiden sich untereinander gravierend, weswegen es sehr wichtig ist, die zur depressiven Erkrankung passende Therapie einzusetzen. Beispiele hierfür sind:
- Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)
- Interpersonelle Psychotherapie (IPT)
- CBASP (Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy)

Bei Somatotherapien hat die Behandlung ihren Schwerpunkt auf physischen Aspekten, wir sprechen hier auch von Körpertherapien. Sie sind Bestandteil von ganzheitlich-orientierten holistischen Behandlungsansätzen und werden oft wie auch die Psychotherapien ergänzend zu medikamentösen Behandlungen eingesetzt.

Einige Beispiele hierfür sind:
- Lichttherapie
- Schlafentzugstherapie / Schlafphasenvorverlagerung
- Elektrokrampftherapie (EKT)
- Autogenes Training
- Biofeedback-Therapie
- Meditation

Eine weitere alternative Behandlung von Depressionen ist die Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT - Mindfulness-Based Cognitive Therapy). Diese ist zur Rückfallprophylaxe entwickelt worden und kombiniert Elemente aus der Stressbewältigung durch Achtsamkeit (MBSR - Mindfulness-Basen Stress Reduction) mit Techniken aus der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT).

Zumeist als Gruppentherapie angeboten beinhaltet MBCT unter anderem Achtsamkeitsmeditationen, Bodyscans, Atemmeditation und Gehmeditationen in Kombination mit klassischen verhaltenstherapeutischen Interventionen wie z. B. Psychoedukation, Beobachtung und Umgang mit negativen, automatischen Gedanken (Grübelkarussell) und Aufbau einer positiven Lebensweise, die auch Ernährung inkludiert, denn eine ausgewogene gesunde Ernährung macht den gesamten Organismus stark auch gegenüber psychischen Erkrankungen.

Sind Depressionen heilbar?

Auch schwere Depressionen (Major Depressions) können geheilt werden, wenn die richtige Behandlung erfolgt. Deshalb ist die Wahl der therapeutischen Einrichtung (Kliniken oder fachärztliche Praxen) ebenso wichtig wie die zusätzlichen therapeutischen Maßnahmen, um nicht nur die Symptome der Depression in den Griff zu bekommen, sondern um den gesamten Menschen zu heilen.

Wie schon erwähnt gibt es eine Vielzahl verschiedener Möglichkeiten, die in Kombination erfolgversprechend sind. Und ganz wichtig ist es, die Depression und vor Allem ihre Anfänge ernst zu nehmen und zeitnah diagnostizieren zu lassen, um eine geeignete Behandlung zu finden und eine potentielle Manifestation der Depression zu verhindern.

Was hat der Magen mit Depressionen zu tun?

Wie schon erwähnt ist auch eine gesunde Ernährung förderlich bei der ganzheitlichen Behandlung von Depressionen. Der Grund dafür liegt in unserem zweiten Gehirn, das die Abläufe in unserem Körper maßgeblich mit beeinflusst: Das sogenannte Bauchgehirn regelt nicht nur die Verdauung unserer Nahrung, sondern steht über die Darm-Hirn-Achse mittels des Vagusnervs in direkter Verbindung mit unserem Gehirn. Dies regelt nicht nur das Hunger- und das Sättigungsgefühl, sondern ist auch bei der Steuerung von Emotionen involviert, der Vagusnerv endet nämlich in direkter Nähe zum limbischen System - unserem Emotionszentrum.

So entstehen bei der Verdauung von ballaststoffreichen Lebensmitteln kurzkettige Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken und über die Darm-Hirn-Achse den Hypothalamus positiv beeinflussen.

Alle Botenstoffe die in unserem Gehirn vorhanden sind, gibt es auch im Bauchgehirn. So werden z. B. circa 90% des Serotonins im Bauch gebildet und sorgt dort für den Verdauungsrhythmus und reguliert unser Immunsystem.

Eine Depression geht auf körperlicher Ebene oft Hand in Hand mit Problemen im Magen-Darm-Trakt, es kann davon ausgegangen werden, dass uns nicht nur die mentale Schieflage im Kopf auf den Magen schlägt, sondern dass auch die umgekehrte Richtung vom Bauch ins Gehirn unsere Stimmungslage so sehr beeinflusst, dass diese Komponente bei der Therapie von Depressionen nicht außer acht gelassen werden sollte.

Wie kann Depressionen vorgebeugt werden?

All das, was bei holistischen Behandlungsansätzen gegen Depressionen eingesetzt wird, kann auch als geeignete Vorbeugung herangezogen werden. Wichtig für eine stabile körperliche und geistige Gesundheit sind dabei vor allem:

- ein gesunder Schlafrhythmus und eine gesunde Schlafumgebung
- eine gesunde Ernährung basierend auf nicht-industriellen Produkten
- Bewegung, frische Luft und ausreichend Ruhepausen
- Meditation und stressabbauende Rituale
- Achtsamkeit gegenüber sich selbst und natürlich gegenüber unserer gesamten Umgebung
- sinnstiftende Tätigkeiten, beruflich und privat
- ein gesundes Sozialleben
- und eine befriedigende Freizeitgestaltung

Wenn wir zusätzlich eine regelmäßige ehrliche Introspektive vornehmen, um unsere Gefühle und Stimmungen auszuloten, um eine entstehende depressive Verstimmung / Erkrankung schon im Anfangsstadium zu erkennen, dann sind wir zwar nicht davor gefeit, an einer Depression zu erkranken, aber wir werden die Anzeichen schneller erkennen und dementsprechend handeln.

Fragen & Diskussionen über Depression

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